Christian-Rohlfs-Gymnasium

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Christian Rohlfs

Ein klangvoller Name, den unser Gymnasium da trägt...

doch wer von den Schülern weiß schon etwas über den Künstler, nach dem es benannt ist? Sinnvoll ist es auf jeden Fall, sich einmal mit der Person zu befassen, deren Namen man als Schüler des Christian-Rohlfs-Gymnasiums so oft hört. Christian Rohlfs stellt einen Charakter mit interessanter Lebensgeschichte und Talent dar.

 1849 wird Klein- Christian in ländlicher Gegend in Hendorf, Norddeutschland geboren und nimmt als aktives und lebensmunteres Kind seine Umgebung sehr rege wahr. Das Resultat seiner Energie ist eine schwere Beinverletzung, die er sich im Alter von fünfzehn Jahren durch einen Sturz vom Baum zuzieht und aufgrund welcher später sein lädiertes Bein amputiert werden muss. Sein Hausarzt verschafft ihm, nachdem er das künstlerische Talent des Jungen erkennt, Vorlagen zum Zeichnen. So gelangt Christian Rohlfs zu Kontakten, die ihm später ein Studium an der Großherzoglichen Kunstschule in Weimar vermitteln.

In dieser Zeit widmet sich Christian Rohlfs ganz dem Realismus und bevorzugt Landschaften als Motiv seiner Werke. Stark beeindruckt ist er jedoch, als er in Ausstellungen die Werke französischer Neoimpressionisten wie Seurat oder Signac sieht; dieses Erlebnis verschafft ihm viel Inspiration.

So zum Beispiel setzt er sich auch mit der Malerei Van Goghs auseinander und wendet sich immer mehr vom naturgetreuen Abbilden ab und nähert sich der Abstraktion.

1900 lernt er Karl Ernst Osthaus kennen, es beginnt eine langwährende Freundschaft und er siedelt 1901 nach Hagen über, um die Vorzüge des sich dort im Aufbau befindenen Folkwangmuseums zu nutzen.

Im Dezember 1919 heiratet Christian Rohlfs die fast 50 Jahre jüngere Helene Vogt, mit der er in den folgenden Jahren viel reist. Unter anderem 1927 auf Anraten seines Arztes auch ins Schweizer Tessin nach Ascona. Rohlfs ist so begeistert von dieser Gegend, dass er bis zu seinem Tod am 8. Januar 1938 das Leben dort dem in Deutschland vorzieht.

Seine Zeit in Tessin beeinflusst ihn und seine Malerei sehr, jetzt entwickelt er in seinem Altersstil eine ganz neue, individuelle und sehr beeindruckende Arbeitsweise.

Nun wird der Unterschied zu seinen anfänglichen Werken immer deutlicher. Seine stark abstrahierten Bilder muss man erst eingehend betrachten, um das Dargestellte zu erkennen.

1937 bekam Christian Rohlfs von den Nationalsozialisten als "entarteter" Künstler Arbeitsverbot, und viele seiner Werke wurden beschlagnahmt. Ein Triumph jedoch war der Ankauf eines seiner Werke vom Louvre 1933.

Christian Rohlfs arbeitete in seinem Spätwerk hauptsächlich mit Temperafarben, die eine hohe Deckintensität aufweisen und verlieh somit der Farbgebung einen besonders hohen Stellenwert. Indem er einen Teil der Farbe vor dem Auftrocknen wieder entfernte, z.B. mit einem Schwamm oder einer Bürste, erreichte er eine intensive Lichtwirkung in seinen Bildern.

 

Judith Kruschel